Eigentlich müsste die Frage anders lauten, eher: Was ist der Auftrag der Krankenkasse? Das wäre, glaube ich, die sinnvollste Frage. Man geht jahrelang arbeiten, zahlt Tausende von Euro ein und wird, wenn man krank wird oder ist, massiv unter Druck gesetzt. Dabei gehe ich tatsächlich noch einen Schritt weiter und würde es Erpressung nennen. Ja, genau richtig gelesen. Gerne nenne ich mal ein paar Beispiele, sanfte und mich selbst betreffende Dinge, mit einer kleinen Vorgeschichte – die genauen Erkrankungen lassen wir mal weg, einen großen Punkt beschreibt ja mein Blog sehr gut.
Bis letztes Jahr stand ich in Brot und Lohn. Der Verdienst war für eine ungelernte Arbeitskraft mehr als üppig, man lebte gut. Doch gesundheitlich ging es weiter bergab, emotional. Es folgte eine Arbeitsunfähigkeit, die ging gut ein halbes Jahr, vielleicht etwas länger. Meinen Job hängte ich an den Nagel, das musste sein, das konnte ich meinem Umfeld nicht zumuten.
Ich fragte mich nach dem Sinn der Arbeitsunfähigkeit und meldete mich wieder arbeitslos, so wie es sich gehört. Man muss ja dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Doch merkte ich schnell: No Way. Ich bin doch nicht so fit, wie ich dachte, eher im Gegenteil: Der Leidensdruck nahm zu. Auf Anraten der Sachbearbeiterin, die kurz vor der Rente stand, ließ ich mich weiter krankschreiben, da ich ja faktisch dem Arbeitsmarkt durch meinen gesundheitlichen Zustand nicht zur Verfügung stehe bzw. stehen kann.
Also ging ich zum Arzt, erklärte dort alles und bekam eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Die erste, und für drei Wochen erstmal. Ich bin bei einer bekannten Krankenkasse, die mit den zwei Buchstaben und das Blaue drumherum … weitere Details möchte ich nicht nennen, nicht dass es noch teurer wird, aber einige viele werden bestimmt erahnen können, auch bei der Vorgehensweise, um welche Krankenkasse es sich handelt.
Es fing schon bei der ersten Runde Krankengeld an. Plötzlich und ohne Vorwarnung wurde das Krankengeld gestrichen, mit der Begründung, man sei gesund und könne wieder arbeiten. Ich müsste nochmal nachschauen, aber ich bin der Meinung, dass drinstand, dass der Medizinische Dienst das so bestätigt hat. Ja okay, deren Medizinischer Dienst … Was soll er auch sonst machen, außer für die Krankenkasse zu handeln? Wer die Musik bezahlt, bestimmt auch, was gespielt wird 😉. Also schrieb ich einen zwei Seiten langen Widerspruch und bat um Akteneinsicht. Akteneinsicht bekam ich nicht, aber dem Widerspruch wurde stattgegeben und das Krankengeld wurde weitergezahlt.
Man könnte jetzt meinen, es sei Friede-Freude-Eierkuchen … von wegen. Ich bekam nochmal Post, dass ich mir innerhalb von 4 Wochen einen Facharzt suchen solle, ggf. mit diesem QR-Code für eine schnellere Behandlung. Das ist für mich eine versteckte, indirekte Unterstellung, dass man nichts machen würde! WIR wissen, und auch die KRANKENKASSEN wissen, wie schwer es ist, einen Termin bei einem Facharzt zu bekommen. Bei mir im Landkreis war nichts zu machen, auch keine Wartelisten, nichts – tot. Irgendwo anders habe ich dann einen gefunden, mit einer Wartezeit von einigen Monaten, was ich der Krankenkasse auch gerne mitteilte. Zudem teilte ich ihnen mit, dass sie ihre Anrufe bei mir sein lassen sollen, ich aber gerne schriftlich jederzeit für alle Fragen zur Verfügung stehe. Man möchte ja auch etwas Nachweisbares haben; wer weiß, was die beim Telefonat in ihren PC eingeben. Dann war bei mir erstmal Ruhe.
Doch was machen die? Rufen ständig bei meiner damaligen Hausärztin an und wollten ihr mehr oder weniger verbieten bzw. unterbinden, mich weiter krankzuschreiben … Die versuchen ja auch alles, dachte ich mir. Sie fragte mich, ob sie die Krankenkasse anrufen dürfe, was ich bejahte. Danach war auch da „Ruhig im Karton“.
So, das war die Vergangenheit. Jetzt bin ich gerade mal 2 Wochen krankgeschrieben, und die sind der Meinung, dass ich ab Punkt-Datum wieder arbeitsfähig sein werde, bei der Behandlung … und sie vermuten, dass ich dann leichte Tätigkeiten aufnehmen kann … und wenn ich weiterhin arbeitsunfähig bin, soll ich Gründe nennen, warum … Damit der Medizinische Dienst meine Arbeitsunfähigkeit begründen kann … Ernsthaft? Schon wieder?
Ich habe natürlich geantwortet und meinen Unmut kundgetan, aber auch, dass ich nichts dagegen hätte, wenn der Medizinische Dienst es sich nochmal anschaut. Aber ich habe auch gleich gefordert, dass es nicht nur nach Aktenlage geschieht, sondern auch mal dahinter und genau hingeschaut wird. Und ich habe gleich mitgeteilt, dass ich das Vorgehen der Krankenkasse für unverantwortlich halte und es nicht zur Genesung bzw. nicht zum Wiederherstellen der Arbeitsfähigkeit beiträgt, sondern im Gegenteil: Es verschlimmert es noch, weil man nicht zur Ruhe kommt und sich damit rumschlagen muss.
Interessant finde ich auch den Satz, dass Arbeitslose nicht als arbeitsunfähig gelten, wenn ich krankheitsbedingt noch leichte Tätigkeiten ausüben kann. Wer oder was bestimmt über meinen Kopf hinweg über mich? Wer hat das Recht dazu? Woher wollen andere wissen, wie es mir geht? Ist das nicht diskriminierend und beleidigend? Fragen über Fragen. Für mich ist das indirekte Erpressung, Beleidigung und Bedrohung sowie Unterstellung, was sich meine und auch andere Krankenkassen erlauben.
Eins kann ich aber versprechen: Ich werde kämpfen bis zum Gehtnichtmehr, für mich, meine Gesundheit und vielleicht auch mal meine Arbeitsfähigkeit, sofern da überhaupt noch was zu machen ist … auch wenn ich mit Klagen dagegen vorgehen muss, ist es mir sowas von wert. Die Kassen mögen leer sein, aber wo ist das Geld hin, was wir, jeder Einzelne, eingezahlt haben? Auch wir psychisch-chronisch Kranken haben Rechte auf Gesundheit!!!
Mit der Rentenversicherung habe ich gerade auch wieder ein Erlebnis, dazu die Tage ein neuer Beitrag 😊.
Lasst mich gerne wissen, ob Ihr bzw. Du auch die gleichen Erfahrungen machen musstet, gerne auch als Kommentar.

1 thought on “Wozu gibt es die Krankenkassen eigentlich?”